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ADFC-Fahrradklima-Test 2014

Beim am 19. Februar in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landete Bautzen nur auf Platz 218 von 292 der fahrradfreundlichsten Städte in der Stadtgrößenklasse unter 50000 Einwohner. 174 Bautzener hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind die Bautzener Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit der nicht vorhandenen Werbung für das Radfahren, der unzureichenden Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung und dem Winterdienst auf Radwegen. Trotzdem bereitet das Radfahren den Bautzenern Spaß. Dass den Radfahrern das Thema am Herzen liegt, zeigt die im Vergleich zu anderen Städten recht hohe Beteiligung an der Umfrage.

Im Vergleich zum letzten Test 2012 hat sich Bautzen in fast allen Benotungen geringfügig verschlechtert. Sachsenweit liegt Bautzen auf Platz 6 von 17 vergleichbarer Städte. Im bundesweiten Vergleich schneiden sächsische Städte auffällig schlecht ab.

Hindernislauf für Bautzener Radfahrer

 Bautzen baut - und die Bautzner Radfahrer leiden! Schon seit einiger Zeit ist durch die Bauarbeiten auf der Weigangstraße zwischen Wall- und Taucherstraße die einzige direkte Verbindung zwischen dem Bautzener Osten und der Innenstadt, die zwischen Löbauer und Karl-Liebknecht-Straße besteht, unterbrochen. Dies erzeugt für den Radverkehr unnötige Umwege, da alle anderen Routen durch zum Teil gegenläufige Einbahnstraßenregelungn keine direkte Verbindungen erlauben. Jetzt erweist es sich als großes Ärgernis, dass die Stadtverwaltung die seit über einem Jahr mögliche einfachere Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung nicht genutzt hat. Die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC e.V.) wird auch weiterhin auf die Umsetzung der rechtlichen Möglichkeiten drängen.

Dass auch andernorts bei der Einrichtung von Baustellen offenbar nicht an die Wegebeziehungen für Radfahrer gedacht wurde, zeigt sich an den neuen Baustellen in der Innenstadt. Während für die Autofahrer Umleitungen geplant und ausgewiesen wurden, werden die Radfahrer sich selbst überlassen, so z.B. aktuell bei der Verbindung am Wendischen Graben von der Steinstraße in Richtung Krankenhaus. Hier bleibt nur ein Ausweichen und Schieben auf dem Gehweg. Die Karl-Marx-Straße und Tuchmacherstraße werden nun auch zur Sackgasse. Der Fußgänger kommt weiterhin durch. Doch was ist mit den Radfahrern? Eine zeitgemäße und moderne Verkehrspolitik ist das leider nicht, eine Förderung des Radverkehrs kann durch das Ignorieren der Belange von Radfahrern nicht erreicht werden. Und dabei böte gerade in Situationen, wo Autofahrer und Anlieger durch Baustellen und Umleitungen belastet werden, der Umstieg auf das Fahrrad eine Entlastung für viele.

 

An Freitag den 8.2.2013  trafen sich ca. 15 interessierte Rafdfahrer im Bautzener Brauhaus, um sich über die Zukunft des Radverkehrs in Bautzen Gedanken zu machen. Am Ende des Abends hatte sich eine Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs gegründet.

Die Teilnehmer des Abends waren sich einig, dass es in Bautzen einer größeren Lobby für die Belange der Radfahrer bedarf. Sie erwarten eine starke Zunahme ders Radfahreranteils am Gesamtverkehr der Stadt durch wachsends Umweltbewußtsein, geänderte Rahmenbedingungen wie höhere Benzinpreise und mehr aktive Ruheständler sowie die immer größer werdende Bedeutung von Elektrorädern für den Radverkehr. Gerade durch letzteren Fakt erhöht sich die Attraktivität der Fahrradbenutzung nicht nur in der Stadt, sondern auch im Kreis. Landrat Michael Harig hat in seinem bemerkenswerten Interview vor einer Woche ebenfalls darauf hingewiesen.

Auch die Ergebnisse des durch den ADFC durchgeführten Fahrrad-Klima-Tests wurden diskutiert. Eines der ersten Ziele der Ortsgruppe wird sein, mit der Stadtverwaltung über die gravierendsten Mängel, die dieser Test zutage gebracht hat, ins Gespräch zu kommen. Insbesondere die Beräumung der Radwege im Winter und das Thema Öffnung von Einbahnstraßen sollen angesprochen werden. Weiterhin wünscht man sich eine gemeinsame Besichtigung der Radwege und Straßen mit der Stadtverwaltung und der Polizei, wie das in Görlitz im vergangenen Jahr auch erfolgt ist. Bei zukünftigen Verkehrsprojekten der Stadt wie z.B. die Umgestaltung der Schilleranlagen und des Lauengrabens möchte die ADFC-Ortgruppe beteiligt werden, um die Belange der Radfahrer zu vertreten.

Am Freitag den 8.3.2013 traf sich die Ortsgruppe erneut zum Stammtisch im Bauhaus und konnten viele neue Gesichter in der Ortsgruppe begrüßen. Weiterhin waren zwei Gästein der Runde vom ADFC in Dresden bzw. Landesvorstand zu begrüßen, die uns viele Tipps für die alltägliche Arbeit geben konnten.

  • Die Sprecher für das Gespräch mit der Stadtverwaltung wurden gefunden.
  • Wegen der baldigen Befahrung mit der Stadtverwaltung wurde eine Verbesserungliste aufgestellt. Diese bestand aus folgenden Punken, von schwierigen Stellen im Verkehrsnetz, einige Vorschläge für die Öffnung von Radverkehr in Einbahnstraßen und die Radwege und Radstreifen, die durch den Schnee nicht benutzbar sind.

Nicht zuletzt werden alle radinteressierten Bautzenerinnen und Bautzener aufgerufen, ihre konkreten Probleme mit dem Radverkehr in der Stadt der Ortsgruppe mitzuteilen; sie sind herzlich eingeladen, an dem nächsten Stammtisch teilzunehmen.

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